Samstag, 8. April 2017

Unistoffe, Farbkarten selber machen und Stoff für eine Hülle

Beim Besuch eines Stoffgeschäftes "erschlägt" mich manchmal das Angebot an so vielen schönen Stoffen. Schnell springt mich dieses oder jenes Muster besonders an.
Manchmal bin ich so im Rausch, dass ich völlig vergesse, nach passenden Unistoffen Ausschau zu halten.
Gut, dass ich zu Hause allerlei Unistoffe und Farbkarten von unterschiedlichen namhaften Stoffherstellern habe, um passende Unis herauszusuchen.
Aber keine Sorge, wem diese Farbkarten bisher zu kostspielig waren/ sind und das Geld lieber in Stoffe investiert, für den habe ich hoffentlich heute was passendes.


Gute Vorsätze und Gründe für Unistoffe

Egal welches Projekt mir vorschwebt, beim Stoffkauf ein paar passende Unis mitzunehmen schadet nie, denn

1. passt dieser Uni sicher nicht nur zu diesem einen Stoff, sondern zu vielen weiteren die man schon zu Hause hat

2. ist ein Unistoff als Kombistoff immer eine kostengünstige Alternative zu einem weiteren Stoff mit Muster, bei welchem man sich nicht sicher ist, ob man ihn hierfür wirklich anschneiden mag.

3. Unistoffe sind perfekt als Innenstoff für Taschen, Bindings, Quiltrückseiten.

4. Nur Uni macht auch viel her und wirkt zeitlos. 

Jedoch gibt es bei Unistoffen Unterschiede, manche davon bringen einem nicht so viel Freude, denn sie sind "no name" Produkte und vor allem größere Stoffgeschäfte mit einem breiten Angebot führen diese Unis. Sie sind meistens auch in der Haptik eher fest, dafür liegen sie zumeist mit einer Stoffbreite von 1,50 m etxtrem breit und sind preisgünstig.

Ich möchte euch heute erzählen, warum ich nur noch "Marken"-Unis kaufe, sogenannte Solids, amerikanischer Stoffhersteller.
Für ein besseres Verständnis und weil ich selber an Beispielen Dinge am einleuchtendsten finde, mag ich euch von einer Gegegebenheit erzählen, wo Unis eine gewichtigere Rolle spielten.

Unis am Beispiel

Bei meiner Suche nach einem passenden Außenstoff für eine U-Hefthülle habe ich meinen Stoffvorrat nach einem kindlichen, aber nicht zu kitschigem und vor allem nicht rosafarbenen Stoff durchsucht. Mehrere Stoffe kamen in Betracht. Diese habe ich dann erstmal auf meiner Schneideunterlage zwischengelagert.
Nach der Suche, in Frage kommender Musterstoffe, kommt bei mir grundsätzlich die Suche nach passenden Unistoffen- sei es als Futter, Ergänzung, zur Beruhigung/Unterstüzung des Musters etc.
Wie es der Zufall wollte, kamen für die fraglichen Musterstoffe beinahe alle Solids aus dem Designerbundle von Vanessa Christenson in Frage.



In solchen Bundlen/PreCuts werden bei Moda immer Zettel mit Nummern der einzelnen Stoffe mitgeliefert. Mit diesen Nummern kann man aber ohne die Farbkarten erstmal nicht viel anfangen.
Ich habe mir die Mühe gemacht alle Fat Quarter entsprechenden der Nummern auf dem Zettel auf der Farbkarte wiederzufinden. Die Nummer, den Namen und die Bezeichnung "Bella Solids"( die spezielle Bezeichnung für Unis aus dem Hause Moda fabrics)  auf einem Klebeetikett notiert.


Gut sortiert- schnell gefunden

Mit diesen Klebeetiketten und den Notizen versehe ich die Unistoffe aller Hersteller, welche ich kaufe. Manche Onlineshops nehmen mir diese Arbeit bereits ab, andere nicht. So weiß ich aber immer welche Farbe ich in der Hand halte und welcher Stoff leer ist und ich nachkaufen muss.
Hier kommt dann spätestens bei günstigen No- name- Produkten mein Stolperstein....
Die Möglichkeit genau diesen oder jenen Farbton nachzukaufen, ist bei No- name Unis schwierig, außerdem stimmt oft die Qualität nicht. Die Stoffe laufen stark ein und sie färben ab.
Die Händler ordern Stoffe, auf den Pappsteckern in den Ballen, steht vielleicht der Preis, wieviel Meter insgesamt auf dem Ballen gewickelt wurden und mit ganz viel Glück wie breit der Stoff liegt. Farbnummer? Fehlanzeige!



Die Marken- Unis werden auf Pappsteckern geliefert, welche zum einen den Herstellernamen tragen, des weiteren eine Nummer und manchmal neben der Nummer die namentliche Bezeichnung des Stoffes. Selbstverständlich wird auch hier die Gesamtlänge des Stoffes auf dem Ballen angegeben, ebenso der Preis.
Da es sich hier um amerikanische Produkte handelt, gibt es hier den Vermerkt 44". Das bedeutet, dass der Stoff 44" breit liegt, das sind bei uns im metrischem System dann knapp 1,10m.

Die Möglichkeit einen Stoff anhand einer Nummer und/oder eines Namens jederzeit nachkaufen zu können, ermöglicht mir eine viel bessere Planbarkeit bei der Farbwahl. Ich muss nicht die letzten vier Meter kaufen, damit es auf alle Fälle für das aktuelle Projekt reicht (und ich hinterher massig übrig habe). Ich weiß, dass ich die Stoffe an unterschiedlichen Stellen jederzeit online/offline nachkaufen kann und Qualität und Farbe gleichbleibend ist. Gesetzt: Ich habe mir die richtige Nummer gemerkt. Besser ist immer sie sich schriftlich zu notieren.



Kommen wir zurück zur U-Hefthülle, für welche ich diesen Musterstoff aus der Serie "Zephyr" von Rashida Coleman- Hale für Cotton&Steel gewählt habe und als Unistoff  den Bella Solids "Navy" von Moda.



Ein weiterer Favorit für die Hülle war dieser Waschbärstoff von Tula Pink aus der Kollektion "Acacia" für Free Spirit. Hier passten insgesamt sieben Unis hervorragend. Besagter "Navy", außerdem "Melon", "Mint" "Pistacchio", "Terrain Cactus", "Spray", "Caribbean" und "Ruby Ice" aus dem Designer Bundle.
Da "Melon" der einzige warme Farbton in dieser Komposition war, wählte ich noch "Barn Door" und "Bettys Red" (ebenfalls Bella Solids") aus meine Univorrat aus.



Neben farbigen Unis, verwende ich am liebsten noch einen weißen oder grauen Uniton, um die Farben zu beruhigen und sie gleichzeitig besser zur Geltung zu bringen. Hier habe ich auf "Off white" zurück gegriffen.

Alternative zu teuren Farbkarten

 


Nicht vergessen habe ich meine Ankündigung zu Beginn des Posts, euch eine Alternative für den Kauf kostspieliger Farbkarten zu zeigen.
Ihr braucht dafür lediglich Farbbeispielkarten aus dem Baumarkt. Diese kann man sich kostenlos als Exemplar mit nach Hause nehmen. Ein solcher Farbstreifen zeigt die Farben in mehreren abgetönten Varianten- welche mit Nummern versehen sind- die uns aber vollkommen egal sein können.  Außerdem einen gemusterten Stoff. Ich habe hier ein gut gehütetes Schätzchen von Angela Walters für Art Gallery fabrics.




Die Farbbeispielkarten zerschneidet ihr jetzt in die einzelnen Farbvorschläge. Auf diese Weise bekommt ihr viele verschiedene Farbkarten. Nun legt ihr die Farbkarten an euren Musterstoff und schaut, welche Farben am ehesten als Uni- Kombination in Frage kommen. Ich habe mich an den bunten Akzenten im Stoff orientiert und finde folgende Farben passend.



Die passenden Farbkartenstücke könnt ihr nun zum nächsten Besuch im Stoffladen mitnehmen, dort kann dann anhand der Farbkarte der passende Unistoff ermittelt werden.






Solltet ihr online bestellen, fragt ihr am besten bei den Shopbetreibern nach, bevor ihr ihnen die Farbkartenstücke zu Stoff- Findungszwecken zukommen lasst. Wisst ihr erst einmal, welcher Stoff mit eurem Farbbeispiel kompatibel ist, so könnt ihr es euch auf der Rückseite ganz einfach vermerken.

Das ist heute ein sehr langer Post geworden. Ich hoffe, dass ich Fragen rund um Unistoffe, (teure) Farbkartenalternativen und mehr beantworten konnte. Solltet ihr mehr wissen wollen oder manches nicht klar geworden sein, so lasst es mich wissen.

Alles Liebe

Judith

verlinkt zu: HoT, Creadienstag

Kommentare:

  1. Vielen, vielen Dank für die tolle Ausführung! Ich finde es super, dass du dir soviel Arbeit machst und uns soviel rund um das Thema Stoffe/Farben erklärst.

    Liebe Grüße, Katha

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    1. Hallo Katharina,

      vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar. Wenn nach meiner Recherche und den ausführlichen Posts so ein Feedback kommt, dann ist es die Mühe wert gewesen und dafür mache ich es einfach gerne.

      Liebe Grüße

      Judith

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  2. Danke für den ausführlichen Bericht, spannend zu sehen wie viele Unis wo passen, anders wie eben auf den ersten Blick. Wo bekommt man denn solche Bücher mit Stoffproben? Lg Ingrid

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    1. Liebe Ingrid,

      es freut mich, dass der Beitrag für dich von Interesse ist. Bezugsquellen für unterschiedliche Stoff- und Garnkarten habe ich dir detailiert per Mail geschickt. Erwähne sie aber hier noch mal gerne: bei Stoffsalat (Moda fabrics, Michael Miller, Aurifil) der Stoffschnecke (Moda und Aurifil), sowie bei der Quiltzauberei (Robert Kaufman kona Cottons) verkaufen diese.

      LG Judith

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  3. Liebe Judith, danke für deinen ausführlichen Bericht. Damit werde ich mich noch ausführlich befassen.
    LG Renate

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    1. Liebe Renate,

      danke für deinen Kommentar. Ich bin gespannt, was das ausführliche Befassen bei dir an Ideen und Projekten für uns bereit hält.

      Liebe Grüße

      Judith

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  4. Liebe Judith,

    während ich so Deinen Post lese, klingelt bei mir eine Idee im Kopf. Okay, sie läutet ganz laut! Ich hab doch auch so viele Konas hier. Ich könnt mir ja von jedem was abschneiden und mir selber eine Farbkarte basteln. Dort wo ich sie bestellt habe, wurde immer der Name mit drauf geklebt. So werde ich sicher in den nächsten Jahren eine ordentliche Sammlung anhäufen. Und man kann die Karte ja auch noch auf andere Designer erweitern.

    Danke für Deinen Post als Ideengeber.
    LG Mareike

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    1. Hallo Mareike,

      deine Idee ist auch super. Dafür braucht man natürlich den Onlineshop, der mitdenkt und die Stoffe mit Nummer/Namen der Unis beschriftet. Ich wünsche dir viel Spaß mit deiner eigenen wachsenden Farbkarte.

      LG Judith

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Ich freue mich über ein paar Worte von dir